Porta Transitoria

Mit der Porta Transitoria bekommt das Steintor endlich ein Tor. Eines, das sich nach drei Seiten hin öffnet und räumlich wie metaphorisch auf Kommunikation, Bewegung, Perspektiven und die drei Hauptverkehrswege verweist, die seit jeher diesen Kreuzungspunkt strukturieren und Areal und Wahrnehmung des Steintorplatzes prägen.

Die künstlerische Idee greift damit sowohl die namensgebende urbane Situation des Aufstellungsortes als auch den Wandel auf, den dieser Platz seit seiner Entstehung erfahren hat. Das Steintor – mit den in drei Himmelsrichtungen weisenden Handelsstraßen einst ein Transitort vor den Toren der Stadt – ist heute nicht mehr nur Ort des Kommens und Gehens, sondern lädt dank der jüngsten aufwendigen Umgestaltung auch zum Verweilen ein, zu Begegnung und Kommunikation. Neue und erneuerte Standorte von Wissenschaft, Kultur, Soziokultur und Gastronomie sind Ausdruck dieser Dynamik. Die PORTA TRANSITORIA, der künstlerische Schlussstein in diesem neu geschaffenen Ensemble, vereint all diese Aspekte und ist Symbol für Bewegung, Innehalten und Reflexion.

Auf dem bestehenden Sockel soll eine überlebensgroße begehbare Plastik als multiple Durchgangspassage entstehen. Formal wird dabei sowohl die Dreiecksform des Platzes als auch des Sockels aufgenommen und weitergeführt. Auch die topografischen Linien der umgebenden Architektur und Verkehrswege fanden Eingang in den Entwurf. Der dreifüßige Torbau lässt in jeder der drei Hauptrichtungen des Platzes jeweils einen disparat gestalteten Torbogen entstehen. Ein Rundbogen, der in Richtung Steinstraße weist, erinnert an das historische äußere „Steintor“, welches sich nur 300 Meter entfernt vom geplanten Standort befand. Wechselt man die Perspektiven, öffnen sich ein rechtwinkliger und ein trapezförmiger Durchtritt.

Polierter Edelstahl als Außenhautmaterial erzeugt eine Fülle von Reflexionen. So erleben Passanten und Verweilende nicht nur das wechselnde Geschehen am Steintor im Spiegel, sondern sind darüber hinaus eingeladen, sich selbst als wandelnden Teil dieser Stadt zu begreifen. „Visionen“, eine Vielzahl von Wahrnehmungen und Assoziationen unzähliger Vorüber- und Hindurchgehender, werden hier räumlich wie symbolisch gebündelt.

Darüber hinaus stellen die Spiegelungen jegliche festgefügte Körperlichkeit und das Monumenthafte an sich in Frage; das Kunstwerk weist über sich selbst hinaus. Ein einzigartiges Erfahrungsspiel, eine Essenz aus dem Transitorischen des Ortes und dem Gang oder Fortgang, der jeder Entwicklung inhärent ist und metaphorisch den Bogen zum „Tor“ als Übergang zu Neuem spannt. Die PORTA TRANSITORIA steht damit sowohl für Offenheit und Transparenz, als auch für Wandel, Gedeihen und Multidimensionalität der Stadt Halle.

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